Hier findest Du Informationen zu meinem
Tai-Chi-Chuan-
und Qigong-Unterricht
in Moorenweis und Dachau.



Aktuelles: (Stand 15.03.2025)




Ab sofort gibt es hier (bitte nach unten scrollen) immer wieder mal Texte zu verschiedenen Themen im Qigong und Tai-Chi-Chuan.







[15.03.2025]

QI, WAS IST DAS ÜBERHAUPT?  

Qi kann als fließende Lebensenergie bezeichnet werden, die alles durchdringt. Insbesondere für Lebewesen oder Pflanzen gilt: wenn das Qi vollkommen zum Stillstand kommt, also kein Fluss mehr stattfindet ist, bedeutet dies das Ende des Lebens.

In der Natur und unserem Leben nimmt es verschiedene Formen an:

  • Es wird z.B. durch die Nahrung aufgenommen. Jeder hat wohl schon die Erfahrung gemacht, wie uns manche Lebensmittel mehr mit Energie versorgen und die Verdauung anderer uns eher belastet.
  • Auch unser Atem versorgt uns, neben dem lebenswichtigen Sauerstoff, mit Qi.
  •  Ebenso ist das Sonnenlicht eine Form dieser Energie.
  •  Unsere Gedanken sind ebenfalls von Qi durchdrungen, daher spielt es durchaus eine Rolle, was man z.B. von sich selbst oder über eine Situation denkt.
  • Es durchfließt unsere Körper, ebenso wie das Blut, aber die Leitbahnen (Meridiane) haben, anders als die Blutgefäße, keine körperliche Entsprechung, d.h. es ist nicht sichtbar, wo und wie es sich im Körper bewegt.
    Mit ein wenig Übung ist dies allerdings spürbar, z.B. als Wärme, Kribbeln oder leichtes Druckgefühl.

In den Anwendungsformen der traditionellen chinesischen Medizin ist es immer das Ziel, das Qi im Körper ins Gleichgewicht zu bringen. Eine dieser Möglichkeiten ist Qigong, wörtlich übersetzt das „Arbeiten bzw. Üben mit dem Qi“. Auch die Bewegungen des Tai-Chi-Chuan haben eine vergleichbare Wirkung.

Ein Hinweis, den man als Qigong- oder Tai-Chi-Chuan-Übender immer wieder hört: „Das Qi folgt der Aufmerksamkeit“.  Das nutzen wir jetzt für die folgende Übung, die am besten mit ausreichend Zeit und Ruhe gelingt:

Wir sitzen oder stehen aufrecht, entspannen die Schultern und halten die Hände vor dem Unterbauch mit zueinander gerichteten Handflächen. Die Oberarme sollten dabei nicht am Oberkörper anliegen. Der Bauch ist entspannt und wir atmen ruhig und langsam.
Dabei spüren wir in den Raum zwischen den Händen.
Gibt es Unterschiede beim Ein- und Ausatmen?
Ändert sich etwas, wenn wir die Hände ein wenig mehr zueinander bringen oder voneinander entfernen?


[01.03.2025]

SINKEN UND STEIGEN – EINE GRUNDBEWEGUNG IM QIGONG UND TAI-CHI-CHUAN 

Unsere Bewegungen im Qigong und Tai-Chi-Chuan sind von einem ständigen Sinken und Steigen geprägt. 

Beim Sinken lassen wir Knie und Hüfte locker, so, als wollten wir uns hinsetzen. Vergleichbar ist das mit einem Baum im Herbst: er zieht seine Kräfte nach innen und nach unten in die Wurzeln, wodurch sich unter anderem die Blätter erst verfärben und dann abfallen.

Das Steigen hingegen wird von einem Gefühl begleitet, als würden wir vom Boden her hochwachsen, das Qi steigt in uns, von den Füßen her, auf und richtet uns wieder auf. Auf den Baum trifft das im Frühling zu: die Säfte steigen wieder durch den Stamm nach oben, und weiter bis in die Spitzen der feinsten Äste, wodurch wieder neues Grün möglich ist.

Eine kleine Übung, um das zu verinnerlichen:
Wir stehen schulterbreit, die Füße parallel, sammeln uns, atmen ein paar Mal entspannt ein und aus, lassen die Schultern bewusst hängen und stellen uns vor, unser Kopf wäre am höchsten Punkt aufgehängt, wie bei einer Marionette.
Wir sinken, während wir ausatmen, stellen uns vor, wir wären ein Baum im Herbst, der seine Kraft nach innen und unten sinken lässt. Dabei achten wir darauf, dass die Knie nur so weit nach vorne kommen, dass wir beim Blick nach unten noch unsere Zehen sehen können.
Wir steigen, während wir einatmen, wobei wir uns vorstellen, wir wären ein Baum im Frühling, in dessen Stamm das Wasser nach oben steigt. Wir werden aufgerichtet.
Diese Übung kann auch gut in den Alltag eingebaut werden, z.B. beim Warten an der Kasse. In diesem Fall reduziert man das äußerlich sichtbare Steigen und Sinken und arbeitet vor allem mit der Vorstellungskraft, dem bewussten Lockerlassen und dem Gefühl wieder aufgerichtet zu werden.

Tai-Chi-Chuan und Qigong
in Moorenweis und Dachau